Fünfte Klassen im Sport-Camp Inzell
Die fünften Klassen aus Tittmoning, Fridolfing und Kirchanschöring der VS Salzachtal starteten am Montag, den 9.11., für eine Woche ins Sportcamp Inzell, um sich und die Lehkräfte Marianne Wengler, Werner Starck und Alfred Kunz außerhalb der Schule besser kennen zu lernen. Um die Kosten für die Eltern in erschwinglichem Rahmen zu halten, unterstützt der Schulverband Salzachtal die „Kennenlerntage“ der 5. und 7. Klassen dankenswerterweise mit 20 Prozent.
Gleich nach der Ankunft wurden mit Begeisterung die Blockhäuser besichtigt und bezogen, Betten gemacht und die Schränke eingeräumt. Der Nachmittag war mit vielen lustigen, aber auch anstrengenden Sportspielen in der großen Turnhalle ausgefüllt. Drei „FsJ-ler“ – sie leisten ein freiwilliges soziales Jahr – hatten die Spiele vorbereitet. Am meisten begeisterte das „Air Tramp“, eine große aufblasbare Hüpf-Matte, auf der die Kinder mit vereinten Kräften im Liegen einen riesigen Ball mit den Beinen über das gegnerische Feld stoßen mussten.
Nach den anstrengenden Spielen drängten sich alle zum Abendessen. Ein Küchendienst musste für seine Gruppe den Tischdienst übernehmen, Teller und Besteck aufdecken und nach dem Essen die Tische säubern.
Am Abend trafen sich die Kinder im Speisesaal. Dabei wurde an den 20sten Jahrestag des Mauerfalls erinnert. Dazu sangen alle das Lied der Deutschen und die Bayernhymne. Einige Kinder konnten von Erlebnissen ihrer Eltern aus dieser Zeit berichten.
Im Anschluss daran gab’s einen Discoabend, bei dem alle noch einmal ins Schwitzen kamen.
Bettruhe war um 22.00 Uhr; bis zur wirklichen Ruhe dauerte es allerdings noch.
Der Dienstag begann mit gemeinsamem Singen und gemeinsamem Frühstück, das sich jeder selbst am reichhaltigen Büfett zusammenstellen konnte. Dann ging es bis zum Mittagessen durch einen Kraft und Geschick fordernden Hindernisparcour.
Am Nachmittag marschierten wir in drei Gruppen zur Bäckeralm. Die schnellsten kamen dort auch an, die anderen Gruppen folgten dem Weg je nach Leistungsvermögen. Am Abend plagte manche das Heimweh, was durch weniger kräfteraubende, aber lustige Spiele und gemeinsames Singen weitgehend gemildert werden konnte.
Der Mittwoch war der Tag der Natur.
Eine Gruppe ging mit dem Förster in den Wald. Dort erfuhren die Kinder viel über die Aufgaben des Waldes und den Wasserhaushalt. Sehr anschaulich wurde dies in einem Spiel, bei dem die Mannschaften möglichst viel Wasser in löchrigen Eimern zu einem Sammeleimer transportieren mussten. Der Förster erklärte damit, wo, wie und wie viel Wasser verbraucht werde, bis zum Konsum durch den Menschen. Er mahnte zum verantwortungsvollen Umgang mit dem Wasser.
Eine andere Aufgabe des Waldes – Schutz vor Sturm – erfuhren die Kinder ebenfalls in einem Spiel, bei dem sie sich im Kreis um einen Kern aufstellten, sich gegenseitig fest hielten und so gemeinsam den „Angriffen“ von außen (Wind, Käfer, …) Widerstand leisten konnten.
Beim letzen Spiel ging es um das Erkennen und Entdecken von Tieren im Wald. Gar nicht so leicht, wie sich herausstellte. Beim Gang durch den Wald im Abstand von 20m sollte jeder 10 Tiere entdecken.
Die andere Gruppe suchte mit dem Jäger Spuren im Wald, lernte das Alter von Bäumen zu bestimmen, entdeckte eine Vielzahl von jungen Bäumchen, aber auch den Verbiss durch das Wild. Diese jungen Bäumchen können kein wertvoller Baum mehr werden. Ein Fuchsbau wurde entdeckt. Der Fuchs ist aber nur der „Untermieter“, nicht der Erbauer, sondern der Dachs. Schließlich zeigte der Jäger eine Vielzahl von Tierpräparaten und erzählte Erstaunliches über die Fähigkeiten einzelner Tiere.
Der Abend klang mit Spielen und gemeinsamem Singen aus.
Am Donnerstag wurden die Kinder in drei Interessengruppen aufgeteilt.
Bei der Schnitzeljagd mussten verschiedene Aufgaben gemeinsam gelöst werden.
Eine Biathlonstrecke auf dem Gelände des Sport-Camps erforderte Kondition sowie Ruhe und Zielsicherheit beim Schießen mit einem Lasergewehr.
Zusammenhalt, Verlässlichkeit, Verantwortung und Geschick beim gemeinsamen Lösen von Aufgaben war beim Bau einer Seilbrücke über einen Graben gefragt. Auch das Durchklettern eines „Spinnennetzes“ konnte nur mit vereinten Kräften und Zusammenarbeit geschafft werden.
Die geplante Nachtwanderung musste wegen einsetzenden starken Regens leider abgesagt werden. Als Entschädigung war noch einmal Disco angesagt.
Bevor es am Freitag an die Heimreise ging, wurde mit Eifer und Hochdruck gepackt und geputzt, bis schließlich die Blockhäuser durch die Campleitung abgenommen waren. Eine gelungene Woche, meinte die überwiegende Mehrheit. Auch die, die das Heimweh gelegentlich plagte, sagten, es wäre schade gewesen, wenn sie etwas versäumt hätten.
Alfred Kunz




