Vom Apfel zum frischen Apfelsaft
Beide vierte Klassen besuchten die Kelterei Greimel
Fridolfing (ae). Im Heimat- und Sachkundeunterricht beschäftigen sich die beiden 4. Klassen der Volksschule Salzachtal in Fridolfing in einem Unterrichtsprojekt mit dem Thema Apfel. Nach dem Besuch des Erlebnisbauernhofes Holzner in Langesöd, bei dem der Apfel vom Baum zum gesunden Nahrungsmittel im Vordergrund stand, durften die Kinder mitgebrachte Äpfel bei der Familie Praxenthaler selbst pressen, kosten und in eine Flasche abfüllen. Einen Höhepunkt stellte vor kurzem die Besichtigung der Kelterei Greimel in Laufen dar, bei der Firmenleiter Gregor Greimel den Weg vom Apfel zum Apfelsaft in einem modernen Industriebetrieb sehr übersichtlich erläuterte.
Eingangs stellte der Betriebsinhaber seinen Betrieb vor. Bereits im Jahre 1920 hatte sein Großvater Josef Greimel im Rückgebäude des Gasthauses Greimel mit der Kelterei begonnen und diese an seinen Sohn Gregor Greimel sen. übergeben, der sie bis 1969 unter beengten Verhältnissen in der Laufener Altstadt führte. Im Jahre 1970 konnte die Kreiskelterei des Landkreises Laufen an der Seethaler Straße erworben und erweitert werden.
Vor knapp 10 Jahren siedelte die Firma unter dem jetzigen Firmeninhaber Gregor Greimel jun. in den Neubau in Hauspoint über, wo neben der Kelterei ein Getränkemarkt eingerichtet wurde. 1000 Tonnen Obst von heimischen Obstbaumbesitzern werden verarbeitet. Mit 5 Mitarbeitern werden von Mai bis in den Herbst hinein verschiedene Sorten wie Rhabarber, Johannisbeeren, Kirschen, Birnen und vor allem Äpfel gepresst und deren Saft gelagert, abgefüllt und vertrieben.
Dann wurden die vielen Arbeitsschritte auf dem Weg von den aus der Region angelieferten Äpfeln über den Waschvorgang, das Pressen der Früchte, das Trennen der festen und flüssigen Bestandteile in Trester und Saft, die Funktion eines Puffertanks, die Kurzzeiterhitzungs- und Rückkühlanlage, die Lagerung in riesigen Tanks und schließlich bis hin Flaschenabfüllung, Etikettierung und der Stapelung im Vorratslager eingehend erläutert.
Die Schüler staunten nicht schlecht über die Vielzahl von Kunststoff- und stehenden und liegenden Aluminium- und Edelstahltanks mit einem Fassungsvermögen bis zu 20.000 Litern, die während des Gärungsprozesses ständig mittels Druckmanometer überwacht werden müssen. Nach Leerung müssen sie durch das Mannloch bestiegen und peinlich genau im Inneren geputzt, gereinigt, gespült und vor der erneuten Befüllung sterilisiert werden. Nur schwer konnten sich die Grundschüler die Gesamtlagermenge von 500.000 Litern vorstellen.
Dann beobachteten die Schüler zwei Angestellte, wie sie die riesige Tankpresse für den neuen Einsatz vorbereiteten. Anschließend erklärte Herr Greimel die komplizierte Flaschenwasch- und Prüfanlage. Er betonte, dass in der Kelterei nur umweltfreundliche Mehrweg-Glasflaschen und für Großabnehmer wie Gastwirte auch Fässer für Schankanlagen zum Einsatz kommen. Nach genauer Kontrolle jeder einzelnen Flasche werden die verschiedenen Säfte und in der sog. Saftküche gemischten Mischsäfte in die Flaschen abgefüllt, je nach Flaschentyp mit Kronkorken oder Schraubverschluss verschlossen, vollautomatisch etikettiert und mit dem Haltbarkeitsdatum versehen. Anschließend werden die Flaschen in Zwölferträger einsortiert und auf diese Paletten gestellt. Mittels Hubstapler werden die Paletten auf drei Etagen übereinander im Lager gelagert und zum Vertrieb mit eigenen LKW vorbereitet.
Nach dem sehr informativen Rundgang und der Beantwortung ihrer Fragen hatten sich die Schüler und ihre Lehrer eine kleine Pause verdient, in der sie sich mit köstlichen Säften aus der Kelterei Greimel stärken konnten. Zum Abschied erhielt noch jeder ein kleines Geschenk mit Produkten aus dem besichtigten Betrieb, wofür sie sich herzlich bei Herrn Greimel bedankten, der sich viel Zeit für die jungen Leute genommen und alles so verständlich erklärt hatte.


