„Zammgrauft“ in den 7. Klassen:
Ein Polizeikurs von Antigewalt bis Zivilcourage
Gruppenzwang, Mobbing, Schülergewalt…
Von diesen Dingen hört man häufig, sogar eine ländliche Gemeinde wie Fridolfing bleibt nicht völlig verschont davon. So gilt es, auch hier in diesen Bereichen präventiv zu arbeiten.
Denn: Was würde Verharmlosung für Betroffene bedeuten?!
Initiiert von der Polizeidirektion Traunstein führten die beiden Jugend- und Präventionsbeamten, Markus Tettenhammer und Peter Hermann, in 7a und 7M in der ersten Februarwoche für die Dauer von jeweils sechs Unterrichtseinheiten durch ein hervorragend ausgearbeitetes sowie altersgemäßes Programm.
(Siehe hierzu auch "Tafelbilder" am Ende dieses Berichts!)
Bereits beim „Warm up“ wurden erste Schritte zur Förderung von Selbstbewusstsein und Zivilcourage gesetzt: Im Stuhlkreis durften einzelne Schüler kurze Statements abgeben (z. B.: „Ich bin der Meinung, dass wir weniger Hausaufgaben bekommen sollten!“). Durch Aufstehen, Sitzenbleiben oder die „Abfahrtshocke“ waren die Mitschüler aufgefordert, nonverbal ihre Meinung dazu kundzutun. Sich ausschließlich durch die Körperhaltung mitzuteilen, erwies sich bei vielen Schülern als einigermaßen schwierig…
Beim sozialpädagogischen Spiel „Knoten“ sollten die Schüler lernen, gemeinschaftlich zum Ziel zu kommen. Der Knoten musste gelöst werden, ohne dabei die Hände des anderen loszulassen. Hier war Kommunikation das Um und Auf!
Von den Schülern wurde das Spiel „Eisscholle“ als sehr schwierig empfunden: Die beiden Polizisten erklärten, dass sich die siebte Klasse beim Untergang der Titanic auf eine Eisscholle (Stühle der Schüler) gerettet habe. Da diese Richtung Süden trieb, wurde sie immer kleiner (Stühle wurden weggenommen).
Auch bei der nun folgenden Übung sollten das Gemeinschaftsgefühl gesteigert, das Verantwortungsbewusstsein für die Aufgabenlösung gefördert und nicht zuletzt auch weniger beliebte Schüler integriert werden: „ Der Amazonas“. Die siebte Klasse hatte die Aufgabe, den Amazonas (=das Klassenzimmer) mit Hilfe von Rundhölzern (=Stühle) in einem vorgegebenen Zeitrahmen zu durchqueren.
Auch das Thema „Mobbing“ bzw. „Ausgrenzung“ wurde spielerisch erarbeitet: Drei vermeintlich „Unerschütterliche“ wurden aus dem Raum gebeten. Auf diese Weise wurden die Schüler für die Person des Ausgegrenzten (Opfers) sensibilisiert.

- Nach einiger Zeit wurden die „Ausgegrenzten“ hereingeholt. Sie sollten versuchen, sich am Gespräch in den Kleingruppen einzubringen.
Besonderer Diskussionsschwerpunkt wurde zwischen den verschiedenen Übungen jeweils darauf gelegt, Jugendlichen die verschiedenen Formen und Facetten von Gewalt bewusst zu machen, Einsichten hinsichtlich deren Wirkungs- bzw. Sinnlosigkeit zu erzeugen und im Gegenteil auf das Entstehen von Gewaltspiralen hinzuweisen.
Insgesamt sollte das Gemeinschaftsgefühl innerhalb der Klassen gesteigert bzw. das verantwortungsvolle Miteinander gefördert werden.
Schüler wie Lehrer empfanden „Zammgrauft“ als wertvolle Bereicherung des Unterrichts bzw. des schulischen Miteinanders.
![]() | Zwei der interessanten und aufschlussreichen Tafelbilder zu dieser Veranstaltung kann man sich hier durch Anklicken als PDF-Datei anzeigen lassen. |
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