Die Brokermannschaft „M10 AG“ der Mittelschule Salzachtal siegte im 29. „Planspiel Börse“ der Kreissparkasse Traunstein-Trostberg
Traunstein(kd).- Über 45 000 Jungbroker maßen sich Ende 2011 beim 29. „Planspiel Börse“, dem größten europäischen Börsenspiel. Über 500 Schüler in 167 gewerteten Spielgruppen aus den weiterführenden Schulen im Landkreis Traunstein traten bei der Kreissparkasse Traunstein-Trostberg mit einem fiktiven Startkapital von jeweils 50 000 Euro an, das es durch geschicktes Anlegen zu mehren galt. Mit einem Depotendwert von 56 168,10 Euro errang die Brokermannschaft „M10 AG“ mit Melanie Wallner an der Spitze von der Mittelschule Salzachtal den obersten Platz auf dem Siegerpodest und dazu noch 300 Euro. Auf den Rängen zwei und drei mit Geldpreisen von 250 beziehungsweise 200 Euro folgten „Wolfsrudel“ mit Maximilian Böning vom Landschulheim Marquartstein mit 55 186,12 Euro und „Papnasen“ mit Miriam Ober von der Heinrich-Braun-Mittelschule Trostberg mit 54 363,55 Euro.
Die zehn besten Teams mit ihren betreuenden Lehrern durften ihre Finanzerfolge am Dienstag im Gasthof Schnitzlbaumer in Traunstein mit Stefan Nieß, Vorstandsmitglied der Kreissparkasse Taunstein-Trostberg, und Marco Hauptenbuchner von der Wertpapier-Spezialberatung feiern. Neben einem Imbiss gab es für jeden Schüler einen USB-Stick. Geldpreise gesichert mit ihrem Börsengeschick hatten sich zwei weitere Gruppen. Die Mannschaft „Bimb O.S.“ mit Tilman Sattler von der Staatlichen Realschule Trostberg hatte mit 54 230,77 Euro zum Spielende ebenfalls gut abgeschnitten, hatte aber für die Siegerehrung am Nachmittag nicht frei bekommen. Die Übergabe der 150 Euro wird demnächst in Trostberg nachgeholt. Ihre 100 Euro in bar hingegen mit nach Hause nehmen konnten die „Winner“ unter Leitung von Maximilian Letschert von der Franz-von-Kohlbrenner-Mittelschule in Traunstein, die 54 073,68 Euro erwirtschaftet hatten. Auf den Folgeplätzen sechs bis zehn mit „Gewinnen“ zwischen knapp 3 800 Euro und rund 3 350 Euro landeten „Pampersbande“ mit Alexander Wilsch vom Johannes-Heidenhain-Gymnasium Traunreut, „Fringe Division“ mit Patrick Huber vom Hertzhaimer-Gymnasium Trostberg, „BGG“ mit Marvin Ribeiro vom Landschulheim Schloss Ising, „Kohlbrenner10cM“ mit Helmut Waraschitz von der Franz-von-Kohlbrenner-Mittelschule Traunstein und „Maier&Weiß“ mit Phillip Maier vom Johannes-Heidenhain-Gymnasium Traunreut. Die Gesamtsieger „M10 AG“ - die sich von Anfang an, von einem kleinen "Einbruch" abgesehen, an der Spitze gehalten hatten, während das übrige Feld während der Spielzeit kräftig durchgemischt wurde - war auch in Sachen „Nachhaltigkeit“ am erfolgreichsten. Nachdem diese Crew bereits die Depotgesamtwertung gewonnen hatte, ging der Nachhaltigkeitspreis mit 300 Euro gemäß Spielregeln an die Zweitplatzierten, die „Chiemsee AG“ mit Janina Eberherr vom Landschulheim Schloss Ising.
Die meisten Spielgruppen stellte mit 23 Teams übrigens das Landschulheim Marquartstein vor dem Hertzhaimer-Gymnasium Trostberg mit 22 Crews. Auch beachtenswert: Unter den besten 20 Gruppen stammten sieben von Mittelschulen, zehn von Gymnasien und drei von Realschulen. Die jungen Börsianer hatten sich für teils recht originelle Teamnamen entschieden. Ein Auszug daraus: “Caack”, „Elvis Presswurst“, „the big bang stock theroy“, “Goliath National Bank”, “chrimaklami”, “PICK-UP” oder “D’ Wieselharigen Sauriaßl“.
Drei Schüler aus der Nähe von Würzburg hatten beim 29. „Planspiel Börse“ in Europa die Nase vorn mit einem Depotgesamtwert in Höhe von 65 791 Euro. Dazu Vorstandsmitglied Stefan Nieß: „Wer es schafft, in Zeiten unruhiger Finanzmärkte und stark schwankender Börsenkurse seinen Depotwert um über 30 Prozent zu steigern, verdient Respekt. Denn es erfordert eine intensive Auseinandersetzung mit den Unternehmenswerten, Branchenentwicklungen und dem aktuellen Wirtschaftsgeschehen." Im Landkreis Traunstein hätten nur 70 Teams oder 42 Prozent einen Gewinn erzielen können. Die vor zwei Jahren eingeführte Nachhaltigkeitsbewertung verdeutliche, „dass sich langfristiges Denken bei der Geldanlage auszahlt“. Die Finanzkrise habe gezeigt: „Die Zeiten reiner Gewinnmaximierung sind vorbei.“ Die Ausrichtung am langfristigen Unternehmenserfolg gewinne zunehmend an Bedeutung. Mit „grünen“ Aktien habe sich ebenso viel Geld verdienen lassen wie mit konventionellen Wertpapieren - so Stefan Nieß bei der Siegerehrung. Wertpapierprofi Marco Hauptenbuchner blickte auf das reale, sehr turbulente Börsenjahr 2011 zurück. Ein wichtiger Erfolgsfaktor bei Akteininvestments laute, nicht die zweitbeste, sondern die beste Aktie zu kaufen: „Diese aber zu finden, war 2011 nicht einfach.“ Unter vielen Unsicherheitsfaktoren nannte Hauptenbuchner die Unruhen in Nordafrika, die Katastrophe von Fukushima und die Schuldenprobleme von Staaten. Zu Jahresbeginn habe es nach anhaltender Konjunkturerholung ausgesehen. Doch nach dem Jahreshoch am 2. Mai sei „der Motor ins Stottern“ gekommen - zum Beispiel durch die Entwicklung in den USA und die Schuldenkrise in Europa. Der Deutsche Aktienindex habe im Jahresverlauf 14,7 Prozent verloren, bis zum Jahrestief Mitte September zwischenzeitlich sogar „satte 34,7 Prozent“. Zum Glück habe das Planspiel Börse erst im Herbst 2011 begonnen, allerdings begleitet in den drei Monaten von „großem Hin und Her“ durch die politische Unsicherheit aufgrund der Schuldenkrise. Hauptenbuchner sprach von einer „sehr schwankungsintensiven Seitwärtsbewegung“: „In so einem Umfeld ist es schwer, mit Aktien Geld zu verdienen. Kurzfristige Prognosen entsprechen eher einem Lotteriespiel.“ Aller widrigen Umstände zum Trotz hätten auch dieses Mal viele Teilnehmer des Planspiels ihr Startkapital vermehren können. kd


